Mittwoch, 20. Oktober 2010

Post # 14 : Rise Against –Injektion

Do you spend your days counting the hours you're awake?
And when night covers the sky you find yourself doing the same
There's a burden you've been bearing in spite of all your prayers
There's a light turned off inside your heart
Can you remember what it's like to care?

Ein fiktionaler Erzähler spricht über eine Figur – voraussichtlich diejenige, um die es in dem Lied geht. Folgende Probleme fallen uns auf: Die Figur leidet unter Schlaflosigkeit, was man in den ersten beiden Versen erkennen kann. Die „Bürde“, die sie trotz ihrer Gebete trägt, verursacht Hoffnungslosigkeit (Vers 4: Das Licht steht vermutlich für die Hoffnung). In Vers 5 erhalten wir ebenfalls die Information, dass die Figur unbekümmert ist, allerdings in einem stagnierendem Sinne.

Knees are weak, hands are shaking, I can't breathe

So give me the drug, keep me alive
Give me what's left of my life
Don't let me go, whooaa
Pull this plug, let me breathe
On my own, I'm finally free
Don't let me go, whooaa

Hier findet ein Wechsel in der Erzählperspektive statt. Die Figur, über die der Erzähler sprach, schaltet sich ein und beschreibt ihren Zustand, der von einem exzessiven Bedürfnis erfüllt zu sein scheint. Er geht so weit, eine Droge zu verlangen, die ihn am Leben halten soll. Es scheint, als ob er nur in seinem Rausch frei sein und sich dem bewusst werden kann, was er noch im Leben hat. Ob die „Spritze“ metaphorisch zu verstehen ist, werden wir später klären.

The trail of crumbs you left somehow got lost along the way
If you never meant to leave then you only had to stay
But the memories that haunt us are cherished just the same
As the ones that bring us closer to the sky, no matter how grey
And yet I fall, through these clouds, reaching, screaming

Diese Stelle ist interessant und schwer zu verstehen, weil der Erzähler wieder etwas über die Figur erzählt, ab Vers drei aber ein allgemeines “uns” verwendet, von dem man sich nicht täuschen lassen darf. Zunächst scheint sich die Figur, um die es geht, zurückgezogen zu haben. Es ist von einem „Pfad der Brotkrümel“ die Rede – wie bei Hänsel und Gretel. Allerdings gingen die Krümel verloren und die Spur ist verloren. Vielleicht weil niemand der Spur gefolgt ist? Allerdings scheint es, als ob die Hauptfigur niemals wirklich verschwinden wollte, jetzt aber nicht mehr umkehren kann (Vers 2). Nun bringt der Erzähler das allgemeine „uns“ ins Spiel und spricht davon, dass Erinnerungen, die uns verfolgen, ebenso geschätzt und in Ehren gehalten werden, wie diejenigen, die uns näher zum Himmel bringen – egal wie grau er auch sein mag (Vers 3+4). Diese Verse sind stark metaphorisch unterlegt. Kurz gesagt lernen wir aus schlimmen Erinnerungen die uns verfolgen – eine Aufforderung an die Hauptfigur, über ihre hinweg zu kommen. Die anderen Erinnerungen werden Hoffnung genannt: Egal wie grau der Himmel ist, treiben sie uns an. Beide Eigenschaften – schlimme Erinnerungen und Hoffnung – lassen den Menschen stärker werden. In Vers fünf erfahren wir, dass die Hauptfigur trotzdem dem grauen Himmel zum Verhängnis wird.

Give me the drug, keep me alive
Give me what's left of my life
Don't let me go, whooaa
Pull this plug, let me breathe
On my own, I'm finally free
Don't let me go, whooaa

This grip loosens but it never breaks (NEVER BREAKS!)
We carry nothing but a name you will forsake
Your words are always there to break my fall (BREAK MY FALL!)
In them I find the comfort to see through it all

Guide me through unchartered waters
Before we lose our way again
Will you be my compass until forever?
Until forever ends!?

Zunächst erfahren wir, dass eine Verbindung, die bröckelt, niemals zerbrechen kann. Dann wird die Beziehung zu einer Person ins Licht gerückt, deren Worte die Hauptfigur auffangen (Bridge,Vers 3 --> Verweis zum Sturz vom Himmel). Diese Worte sind weiterhin etwas, das die Hauptfigur antreibt. Nun der Appell: Diese Person als Navigator durch das Unbekannte, als Kompass. Für immer soll diese Person die Hauptfigur führen.

Knees are weak, hands are shaking, I can't breathe

So give me the drug, keep me alive
Give me what's left of my life
Don't let me go, whooaa
Pull this plug, let me breathe
On my own, I'm finally free
Don't let me go, whooaa

Don't let me go, whooaa
Don't let me go, whooaa


Letztlich erschließt sich uns die Metapher der “Injection”: Mit der Droge ist die Person gemeint, der die Hauptperson nachtrauert und deren bröckelnde Verbindung wohl Ursache ihrer Zurückgezogenheit ist, aus der sich das exzessive Verlangen aufgebaut hat.

Anmerkung: Diese Interpretation geht von drei Figuren aus: Dem Erzähler, der Hauptfigur und derjenigen, der die Hauptfigur nachtrauert. In einer anderen möglichen Interpretation wäre es möglich, den Erzähler mit der Hauptfigur gleichzusetzen. In diesem Fall muss man die 1. und 2. Strophe so auslegen, dass die Hauptfigur die Person indirekt anspricht (als Gedankenbericht). Diese Möglichkeit finde ich allerdings etwas problematisch, weil sie die Person, die eigentlich im weiteren Verlauf die Metapher der Spritze erhält, zu genau zu beschreiben versucht (was eigentlich nicht der Sinn einer metaphorischen Betrachtung ist).

1 Kommentar:

  1. Gute Interpretation, Leute als Drogen die andere brauchen , find ich gut, und es stimmt manche Leute sind echt wie Drogen...

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